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Schlagwort: Solidarische Landwirtschaft

„Was macht denn das viele Heu hier?“ – oder warum wir mulchen

„Was macht denn das viele Heu hier?“ – oder warum wir mulchen

Der aufmerksame Solawi-Kisten-Abholer wird sicher schon gesehen haben, dass in den letzten Tagen eine dicke Schicht Heu zwischen den Pflanzen verteilt wurde. Gärtner nennen das Bedecken des Bodens mit einer dicken Schicht meist trockener Pflanzenmasse: mulchen.

Mulch auf dem Acker der Solawi-Groß-Umstadt

Wer sich in der freien Natur umsieht, wird niemals freie Bodenflächen finden, es sei denn der Mensch hat eingegriffen oder es besteht bereits starke Erosion. Die Natur lässt freien Boden sofort bewachsen, um ihn zu schützen. Insofern imitiert der Mensch mit dem Mulch natürliche Prozesse.

Der Solawi-Acker hat einen hohen Lehmanteil und einen geringen Humusanteil. Bei starkem Regen haben wir es schon erlebt, dass der Boden danach stark verschlämmt und verdichtet ist, außerdem hat das Wasser nicht genügend Zeit zum Versickern und läuft ungenutzt den Hang hinab.

Mulchen ist im Biogartenbau eine wichtige Methode um mehrere Effekte zu erzielen:

  1. der Boden ist vollständig bedeckt und damit geschützt vor Erosion durch Sonne, Wind und Regen.
  2. der Mulch wird nach und nach von unten durch Bodenlebewesen abgebaut und in wertvollen Humus umgewandelt. Ein Boden mit guter Dauerhumusschicht speichert Wasser, liefert Nährstoffe, hält die Bodenkrume luftig und locker und speichert CO2.
  3. die Feuchtigkeit im Boden kann nicht verdunsten und es muss wesentlich weniger gegossen werden, wenn überhaupt. Diesen positiven Effekt haben wir bei unseren Tomaten im Gewächshaus sofort bemerken können. Sie kommen inzwischen fast alleine klar, obwohl sie keinen Regen abbekommen.
Willkommen bei Solawi Groß-Umstadt

Willkommen bei Solawi Groß-Umstadt

Wir sind eine neue Initiative für solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) in Groß-Umstadt.

In einer SoLaWi schließen sich Landwirt*in und Verbraucher*innen sich zu einer Wirtschaftsgemeinschaft zusammen. Der/die Landwirt*in produziert am Bedarf der Verbraucher*innen orientiert. Die Verbrauchergemeinschaft übernimmt alle Kosten, die bei der Erzeugung der Lebensmittel anfallen und erhält im Gegenzug die gesamte Ernte, welche unter den Mitgliedern aufgeteilt wird.

Derzeit bauen wir die SoLaWi auf. Wir suchen sowohl potenzielle Mitglieder als auch eine*n Gärtner*in oder Landwirt*in.

Interessenten können sich melden unter:
info AT solawi-gross-umstadt.de

 

 

Solawi bringt’s – für Mensch und Umwelt

Solawi bringt’s – für Mensch und Umwelt

Die Solidarische Landwirtschaft hat diverse Vorteile für Mensch und Umwelt und weist in eine Zukunft jenseits der industriellen Landwirtschaft. Sie verbindet die Menschen wieder mit dem Land, das sie ernährt und versorgt sie mit regionalen, ungespritzten Lebensmitteln.

 

Das Prinzip

Die Verbraucher*innen zahlen nicht die Produkte, sondern die gesamte Produktion. Lebensmittel werden in diesem Sinne nicht verkauft, sondern verteilt. Jedes Mitglied verpflichtet sich auf ein Jahr, den vereinbarten Ernteanteil zu finanzieren und erhält diesen dann wöchentlich.

Der Monatsbeitrag liegt in der Regel zwischen 60 und 100 Euro für die Versorgung mit Gemüse. Der geringere Beitrag ist für finanziell schwache Mitglieder gedacht. Mitgliedsbeiträge können teilweise auch in Form von Mitarbeit auf dem Feld erbracht werden.

Die Mitglieder der Verbrauchergemeinschaft haben je nach Vereinbarung mehr oder weniger Einfluss auf das Was und Wie der landwirtschaftlichen Produktion. Auch ob eine bestimmte Stundenanzahl für die Mitarbeit auf dem Feld vereinbart oder ganz freiwillig organisiert ist, unterscheidet sich von SoLaWi zu SoLaWi.

 

Vorteile der solidarischen Landwirtschaft

Für die Menschen

  • Mitgestaltung einer gesunden Form der Lebensmittelerzeugung
  • Frische, hochwertige Lebensmittel direkt vom Erzeuger aus der Region
  • Wissen um die Herkunft und Anbaubedingungen der Lebensmittel
  • Unterstützung der Kulturlandschaftspflege
  • Spielraum für Kinder und Kontakt mit Tieren
  • Verbunden sein mit einem Stück Land
  • Natürliche Lebensprozesse im Jahresverlauf erfahren

Für die Produzenten

  • Bedarfsgerechte Erzeugung und Wissen, für wen produziert wird
  • Teilung von Verantwortung und Risiko
  • Existenzsicherung durch planbares und gesichertes Einkommen
  • Bedürfnisorientierte Kostendeckung statt Wachstumszwang
  • Direkter Kontakt zu den Verbrauchern
  • Freiheit von den üblichen Marktzwängen der globalen Wirtschaft
  • Kostendeckung während der Herstellung und nicht erst nach dem Verkauf der Waren
  • Unterstützung erhalten bei der Arbeit und der Finanzbeschaffung
  • Konzentration auf die eigentliche landwirtschaftliche Tätigkeit

Für Umwelt und Gesellschaft

  • Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser und Boden
  • Verringerung der Klimabelastung durch Vermeidung von Transportkosten
  • Vermeidung von Überproduktion und Abfällen. Auch die krumme Gurke wird gegessen.
  • Erhaltung von wertvollem Ackerland in der Region
  • Sicherung kleinbäuerlicher und vielfältiger Betriebsstrukturen
  • Aufbau eines lokalen, sicheren Versorgungssystems
  • Entstehung lebendiger Gemeinschaften und sozialer Netzwerke