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Kategorie: Allgemein

Endlich wieder ein Fest!

Endlich wieder ein Fest!

Am 14.05. konnte nach 2 Jahren notwendiger Distanz endlich wieder ein Ackerfest stattfinden. Die rege Beteiligung hat deutlich gezeigt, dass wir alle diese Möglichkeit zum Austausch und zum geselligen Beisammensein sehr vermisst haben. Es wurden eifrig Rezepte und Erfahrungen  ausgetauscht und alle konnten sich ausgiebig über den Stand des Gemüseanbaus und der Infrastruktur informieren. Besonders die in diesem Jahr neu eingerichtete Tunnelheizung stieß auf reges Interesse.

Auch die jüngeren Solawis kamen auf ihre Kosten. Sie konnten Samenbomben herstellen, Krabbeltiere erforschen und Stockbrot backen. Krönender Abschluss war sicherlich eine kleine Rundfahrt auf dem Traktor.

Wir freuen uns schon auf das nächste Ackerfest!

 

So funktioniert unsere Solawi- das kleine Solawi ABC:

So funktioniert unsere Solawi- das kleine Solawi ABC:

Du interessierst Dich für eine Mitgliedschaft bei uns und möchtest Dir gerne ein genaueres Bild über die Organisation und die Abläufe verschaffen? Du bist neu dabei und weißt noch nicht genau, wie alles funktioniert? Du bist schon länger Ernteteiler und hast jetzt eine Frage? Wenn Du eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet hast, dann lies unser Solawi- ABC! Hier werden viele wichtige Fragen kurz und knapp beantwortet.

(Stand März 2022)

A: Abholen und Abhaken

Die Ernteanteile können freitags zwischen 12 und 20 Uhr auf dem Feld abgeholt werden. Auf einer Tafel stehen jeweils die Gemüsemengen, die auf einen ganzen Ernteanteil entfallen. Abhaken bitte nicht vergessen, damit die Nachfolgenden sehen, wie viele Anteile noch da sein müssen.

B: Bieterverfahren

Der Vorstand berechnet zu Beginn jedes Gartenjahres den Finanzbedarf und legt einen Soll- Betrag pro Ernteanteil fest. Das Bieterverfahren dient dazu, unterschiedliche Zahlungskräftigkeit auszugleichen: Jeder kann bieten, was er zahlen kann ( den Sollbetrag oder auch mehr oder weniger). Die Gebote werden nicht öffentlich gemacht. Wird der benötigte Gesamtbetrag nicht erreicht, wird das Verfahren maximal 2 Mal wiederholt. Besteht dann immer noch eine Finanzierungslücke, gilt für alle der festgelegte Soll- Betrag pro Ernteanteil.

C: Corona

Selbstverständlich gelten die jeweils geltenden Corona Regeln auch auf unserem Feld und bei unseren Veranstaltungen.

D: Depot

Unser Depot ist die Hütte direkt am Feldeingang. Dort findet Ihr das zu verteilende Gemüse, sowie Geräte und Werkzeuge für die Feldarbeit. Gemüsekisten, die während der Ernteausgabe leer werden, bitte im oder vor dem Depot aufstapeln. Noch enthaltene Gemüsereste bitte vorher entsorgen (Kompost-Sammler).

Die nassen Handtücher oder Decken halten im Sommer unser Gemüse im Depot frisch. Bitte legt diese nachdem ihr euren Anteil entnommen habt wieder über das Gemüse. Sollte es im Winter bereits dunkel sein, wenn Ihr kommt; Der Lichtschalter ist links neben der Tür.

Verwendete Geräte / Werkzeug bitte sauber wieder zurück legen!

E: Ernte

Die Ernte erledigen unser Gärtner oder von ihm angeleitete Helfer. Selber ernten ist nur zulässig, wenn eine Kultur ausdrücklich dafür freigegeben wurde. Im Normalfall betrifft das den Mangold und unsere Kräuter.

F: Feld

Unser Gemüsefeld darf von Mitgliedern selbstverständlich jederzeit betreten werden. Bitte bleibt aber auf den Wegen und tretet nicht auf die Beete! Nach starkem Regen sollte das Feld nicht betreten werden, da sonst der Boden sehr matschig wird.

G: Geschenkekiste

Gemüse, das besonders klein oder irgendwie beschädigt ist, legt das Ernteteam in die Geschenkekiste. Dort hinein können auch Ernteteiler Gemüse legen, wenn Ihnen irgendetwas nicht schmeckt oder zuviel ist. Im Idealfall liegt vielleicht etwas anderes zum Tauschen drin. Aus der Geschenkekiste kann sich jeder etwas mitnehmen. Auch hier gilt allerdings: Die nächsten freuen sich auch, wenn noch was drin liegt!

H:Halbe Anteile

Die Solawi vergibt ab dem Erntejahr 2022/23 nur noch ganze Ernteanteile. Eine Aufteilung erfolgt ggfls. privat, die Solawi vermittelt aber nach wie vor bei Bedarf einen Partner, der ebenfalls einen Ernteanteil teilen möchte. Aus Gründen der Übersicht ist es nicht mehr zulässig, dass halbe Anteile direkt abgeholt werden.

I:Informationen

Alle Ernteteiler erhalten mittwochs eine E-Mail mit einer Erntevorschau und anderen Infos. Mit der dieser Mail wird auch die Ackerpost verschickt, die in der Hochsaison wöchentlich und im Herbst und Winter 2-4 wöchentlich erscheint. Hier findest du aktuelle Informationen und Fotos vom Gemüsefeld und Erläuterungen oder Hintergrundinformationen zu den gärtnerischen Entscheidungen. Für kurzfristige Informationen, Nachfragen etc. gibt es eine Solawi-Gruppe bei Signal. Wer dort aufgenommen werden möchte, wendet sich bitte per E-Mail an die Versandadresse der Mittwochsmail.

J: Jahr

Abweichend vom Kalenderjahr läuft unser Gartenjahr immer vom 01.03. bis zum 28.02. des Folgejahres. Kündigungen sind grundsätzlich nur mit dreimonatiger Frist zum Ende des Gartenjahres möglich.

K: Kochen

Rezepte für das ausgegebene Gemüse gibt es häufig in der Ackerpost oder einem angehängten „Rezepte-Extra“. Es ist geplant, auf unserer Homepage einen geschützten Mitgliederbereich mit einem Rezepteregister einzurichten. Wer Lust hat, sich darum zu kümmern, bitte beim Vorstand melden!

L: Lager

Um das ganze Jahr über Gemüse ausgeben zu können, lagern wir einen Teil unserer Herbsternte ein. Das betrifft vor allem: Möhren, Rote Beete, Pastinaken, Zwiebeln, Kürbisse und Kohl. In diesem Gartenjahr können wir dafür erstmals den Keller unter dem Saalbau in Richen nutzen. Für die Fahrten ins Lager und den Rücktransport des Gemüses zum Feld wird immer Hilfe benötigt. Wer uns hier unterstützen kann, kann sich gerne bei Bengt melden.

M: Mitglied

Die Solawi Groß-Umstadt ist ein eingetragener Verein. Wer Ernteteiler werden möchte, muss somit zuerst Vereinsmitglied sein. Der Mitgliedsbeitrag beträgt zur Zeit 20 Euro im Jahr. Mindestens einmal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung statt.

N: Nachhaltigkeit

Wir bemühen uns Anbau und Verteilung unseres Gemüses so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Bitte sprecht Euch nach Möglichkeit bei der Abholung mit anderen Ernteteilern ab, damit nicht jeder einzeln aufs Feld kommen muss. Bringt euch zum Abholen einen Korb oder Gemüsenetze mit. Die vorhandenen Kisten bitte nicht mit zu Euch nach Hause nehmen – diese fehlen sonst für die nächste Ernte.

O: Ökologie

Wir bauen nicht nur Gemüse an, als ökologischen Ausgleich für unseren Folientunnel pflegen wir auch den Blühstreifen. Diesen werden wir im nächsten Gartenjahr sogar noch verlängern. Außerdem haben wir begonnen, eine Totholzhecke anzulegen. Unser Gemüsefeld soll Lebensraum für eine Vielzahl an Insekten und Vögeln sein.

P: Parken

Bitte parkt Eure Autos unten am Friedhof und lauft die wenigen Meter zum Gemüsefeld. Die Straße zum Feld ist für den Autoverkehr gesperrt.

Q: Quecke

und andere Unkräuter konkurrieren mit unserem Gemüse um Wasser, Licht und Nährstoffe.

Daher braucht Bengt, unser Gärtner, immer wieder Unterstützung und ruft zu Unkrautaktionen auf.

R: Reste

Da meist mit etwas Reserve geerntet wird, bleiben häufig kleine Restmengen über, wenn alle Ernteteiler abgeholt haben. Die Reste werden freitagabends in der Signal- Gruppe bekanntgegeben und können bis samstags um 12 Uhr abgeholt werden. Sollte dann noch etwas übrig sein, wird es über ein Food share Netzwerk weiterverteilt. Wichtig: Wer das letzte Gemüse mitnimmt, schreibt bitte in die Gruppe, dass nichts mehr da ist!

 

S:Solidarität:

In allen Solawis geht es darum, den Landwirten ein festes Einkommen zu sichern und die Risiken des Anbaus solidarisch auf viele Schultern zu verteilen.

Für uns bedeutet Solidarität aber auch, dass wir an einem gemeinsamen Projekt arbeiten und jeder sich nach seinen Möglichkeiten und mit seinen Stärken einbringt. Auch bei der Gemüseverteilung ist Solidarität gefragt. Aus Rücksicht auf andere Ernteteiler sollte jeder auch mal kleinere und nicht so ansehnliche Gemüse auswählen und begehrte Gemüsesorten für spätere Abholer liegen lassen.

Wiegt bitte euren Anteil genau ab. Wenn beispielsweise bei 60 Anteilen jeder nur 50g mehr abwiegt, dann fehlen am Ende 3kg! Aber auch der letzte Abholer möchte seinen ganzen Ernteanteil bekommen.

T: Tunnel

In unserem Folientunnel wachsen im Sommer Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen. Im Winter und Frühjahr bauen wir dort winterharte oder frühe Kulturen an, damit wir möglichst das ganze Jahr über frisches Gemüse zur Verfügung haben. Die Kurbeln an den Tunneltoren dürfen nur nach Einweisung bedient werden!

U: Urlaub

Du bist im Urlaub oder möchtest deinen Anteil aus einem anderen Grund nicht abholen? Dann kannst du ihn gerne an jemanden aus deinem Bekanntenkreis übertragen und dadurch etwas Werbung für unsere Solawi machen. Wenn das nicht möglich ist, sag bitte am Donnerstag vorher bis 18 Uhr Bescheid oder markiere deinen Namen schon in der Vorwoche in der Abholliste mit einem „U“, damit die Erntemenge entsprechend reduziert werden kann.

 

V:Vorstand

Der Vorstand der Solawi Groß-Umstadt besteht aus 8 Personen. Er wird jeweils für 3 Jahre gewählt. Die nächste Wahl steht 2022 an.

W: Wie kann ich mich einbringen?

Du hast Lust auf dem Feld zu helfen, ein Fest mitzuorganisieren oder eine andere Aufgabe zu übernehmen? Du hast eine gute Idee, die du gerne auf dem Feld mit anderen umsetzen würdest?

Es gibt regelmäßig Aufrufe zu Gemeinschaftsaktionen, an denen du dich beteiligen kannst. Außerdem gibt es verschiedene Arbeitsgruppen ( Gemeinschaft, Technik, Kräuter, Konservieren) und die Möglichkeit Bohnen- oder Tomatenpate zu werden. Du kannst dich aber auch jederzeit an unseren Gärtner Bengt oder ein Vorstandsmitglied wenden, um individuelle Lösungen zu finden. Die einfachste Möglichkeit ist eine E-Mail an die Versandadresse der Mittwochsmail.

X:

Y:

Z: Zeit

Du hast ausnahmsweise am Freitag keine Zeit, deinen Ernteanteil abzuholen oder möchtest erst nach 20 Uhr kommen? Dann wende Dich rechtzeitig (bis 20 Uhr) per Mail oder Signal Jörg Naumann oder schreib in die Gruppe. Jörg stellt Dir dann Deinen Anteil zurück.

Still ruhet das Feld?

Still ruhet das Feld?

Wer meint, unser Gemüsefeld befinde sich im Winterschlaf und im Moment gebe es nicht viel zu tun, der irrt. Trotz des unfreundlichen Wetters harren noch etliche Gemüsesorten im Freien aus: Wirsing, Grünkohl, Rosenkohl und Lauch sind noch in der Erde und werden regelmäßig geerntet

Auch unsere Schwarzwurzeln sollen jetzt langsam zur Ausgabe kommen. Allerdings musste die Ernte bereits mehrfach wegen des zu kalten oder zu nassen Wetters verschoben werden.

Im Folientunnel wachsen bereits fleißig Pflücksalat, Feldsalat, Rucola und Postelein. Die erste Ausgabe erfolgt vermutlich in zwei Wochen.

Um unseren Folientunnel frostfrei zu halten und die Ernte vorziehen zu können, arbeitet unser „Technik- Team“ gerade an einer Tunnelheizung. Mit Hilfe zweier gebrauchter Solarthermie Felder soll ein Wassertank im Tunnel erwärmt werden, der dann  die Wärme an die Luft abgibt. Inzwischen sind alle notwendigen Anschlüsse und Verbindungsstücke besorgt und montiert, beim letzten Startversuch gab es allerdings noch Probleme mit Lusteinschlüssen im System. Wir arbeiten daran!

In wenigen Wochen am 01.03.22  beginnt für die Solawi Groß Umstadt das vierte Gartenjahr und Bengt, unser Gärtner steht bereits in den Startlöchern. Die Anbauplanung steht, Pflanzen und Samen sind bestellt. Da unsere zweite Gärtnerin sich anderweitig orientiert hat, werden wir die Anzahl der Ernteteile von 66 auf 60 veringern und die bebaute Fläche etwas verkleinern. Der Vorstand bereitet gerade die Online- Mitgliederversammlung im Februar und das Bieterverfahren vor.

Von Winterruhe kann also kein Rede sein!

 

Großes Erntefest auf dem Gemüsefeld

Großes Erntefest auf dem Gemüsefeld

Zu einer Ernteaktion mit geselligem Beisammensein kamen am 30.10.21 über 20 Solawi Mitglieder auf unser Gemüsefeld. In einer großen gemeinsamen Anstrengung wurden 3,5 Beete Möhren abgeerntet, gesäubert und eingelagert.

Auch die jüngsten Solawi Mitglieder waren voller Begeisterung dabei:

3 Anhänger a 20 Kisten Möhren konnten wir in unser neues Lager bringen, das entspricht schätzungsweise 600-800 Kg.  Auch Zwiebeln und Knollensellerie wurden bereits ins Lager gebracht.

Nach getaner Arbeit gab es ein geselliges Beisammensein mit leckerem Essen und Federweißem. Das war eine gelungene Aktion, die viel bewirkt und obendrein Spaß gemacht hat. Allen Helfern herzlichen Dank!

Der Winter kann kommen!

Der Winter kann kommen!

Nach langer Suche haben wir jetzt einen Keller für unser  Lagergemüse gefunden. Die Stadt Groß- Umstadt hat uns einen Kellerraum unter dem Saalbau in Richen vermietet. 

Hier werden wir in den nächsten Wochen Kürbisse, Zwiebeln, Möhren, Pastinaken, Rote Beete, Sellerie, Winterkohlrabi, Weiß- u Rotkohl einlagern. Zusammen mit den Kulturen, die auch im Winter auf dem Feld bleiben, also Wirsing, Rosenkohl, Grünkohl, Spinat und Feldsalat und den Wintersalaten, die wir in unserem Foliengewächshaus anbauen, hoffen wir, bis zum Ende des Gartenjahres durchgehend Gemüse zur Verfügung zu haben.   Die Kürbisernete wurde, wie auch im letzten Jahr, wieder teilweise von den Kindern der Städtischen Kita „Haus der Kinder“ eingebracht. Neben Hokkaido und Butternuß bauen wir in diesem Jahr auch Muskat und Spagettikürbisse, sowie den japanischen „Futsu Black“ an. Für Abwechselung ist also gesorgt.

Im Moment werden die letzten frostanfälligen Gemüse geerntet und ausgegeben, danach beginnnt die Ernte für das Lager. Auf Grund des eher kühlen und nassen Sommers sind die einheimischen Gemüsearten in diesem Jahr sehr gut gediehen. Bei den sonnenliebenden Südländern, wie Tomaten, Paprika , Zucchini und Auberginen ist die Ernte leider etwas geringer ausgefallen.  

Weiß- und Rotkohl sehen dafür sehr vielversprechend aus, Spitzkohl und Grünkohl konnten bereits geerntet werden.

Wir bedanken uns bei unseren Gärtnern für ihre tolle Arbeit und freuen uns sehr über diese gute Ernte!

Solawi Groß- Umstadt e.V. wieder mit komplettem Vorstand – nach langer Zeit erstmals wieder eine Präsenz-Mitgliederversammlung

Solawi Groß- Umstadt e.V. wieder mit komplettem Vorstand – nach langer Zeit erstmals wieder eine Präsenz-Mitgliederversammlung

Nach mehr als 18 Monaten konnte die Solawi Groß- Umstadt e.V. am 17.09. im Richer Saalbau wieder eine Präsenz-Mitgliederversammlung abhalten. Ca. 35 Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Nach der Begrüßung berichtete der erste Vorsitzenden Christian Meier über den derzeitigen Stand und die Entwicklung in den letzten Monaten. Die Solawi hat zur Zeit 130 Mitglieder und vergibt 65 Ernteanteile. Zum Ende des Gartenjahres wurden 3,5 Ernteanteile gekündigt, es gibt jedoch genügend Interessenten auf der Warteliste. Zur Gemüselagerung für den Winter wird von der Stadt Groß-Umstadt der Keller des Saalbaus angemietet. Die Schlüsselübergabe kann in den nächsten Tagen erfolgen.

Gärtner Bengt Reichhard berichtete, dass sich der Erntebeginn am Anfang des Gartenjahres auf Grund der langen Kälteperiode verzögert habe. Auf Grund des nassen Sommers seien auch die Erntemengen bei Zucchini, Tomaten und Gurken hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Kohl und Wurzelgemüse seien aber sehr gut gewachsen. Der Unkrautdruck sei im dritten Jahr der Bewirtschaftung bereits etwas zurückgegangen, es sei jedoch noch viel Arbeit zu leisten. Beim anschließenden Tagesordnungspunkt „Vorschläge, Ideen, Anregungen“ wurden mehrere Ideen zur Umorganisation der Ernteverteilung eingebracht. Der Vorstand wird darüber in einer seiner nächsten Sitzungen beraten.

Bei den Nachwahlen zum Vorstand, die durch Rücktritt dreier Vorstandsmitglieder zum Ende des letzten Gartenjahres notwendig geworden waren, wurden mit jeweils eigener Enthaltung einstimmig gewählt: Sigrid Wanke zur zweiten Vorsitzenden, Volker Heß zum Kassenwart sowie Anne Lögl und Martin Steiger zu Beisitzern. Somit umfasst der Vorstand nunmehr wieder die laut Satzung vorgesehenen acht Mitglieder, neben den bereits genannten: Klaus Dummel, Michael Dylong und Helga Voltz. Da der Vorstand jeweils für 3 Jahre gewählt wird, steht 2022 eine Neuwahl des gesamten Vorstandes an.

Vor der Mitgliederversammlung der Solawi Groß-Umstadt e.V. gab es die Möglichkeit, sich bei einer Ackerführung über die Anbaumethoden und die verschiedenen Kulturen zu informieren.

Farbe aufs Feld: Unser Gemüse treibt es bunt!

Farbe aufs Feld: Unser Gemüse treibt es bunt!

Nicht nur ein Gaumen- sondern auch ein Augenschmaus ist gerade unser vielfältiges buntes Gemüse. Gelbe Zucchini, goldgelbe und orangene Tomaten und kugelrunde Zaphito Kürbisse laden zum Staunen und Probieren ein. Die Tomatenernte hat in der letzten Woche begonnen, Zucchini und Gurken ernten wir bereits seit Anfang Juli.

Auch unser Wurzelgemüse überrascht in diesem Jahr mit ungewöhnlichen Farben und Formen:

Die „Gelbe Gochsheimer“ und die violette „KS-MOG-TH-PURP (AS)“ erinnern an die Zeit, bevor die orangefarbene Möhre im 18. Jahrhundert aus den Niederlanden zu uns kam und allmählich die anderen Farbvarianten verdrängte.  In den letzten Jahren wurden die alten Möhrenvarianten wieder entdeckt. Die weiß- rot geringelte Rote Beete „Tonda di chioggia“ überrascht auch geschmacklich. Im rohen Zustand schmeckt sie leicht nach Rettich, während sie gekocht den typischen erdig süßlichen Rote Beete Geschmack entwickelt. Dafür verschwinden die Ringel beim Kochen und die ganze Knolle färbt sich orange bis lachsfarben. Diese alte italienische Sorte hat den großen Vorteil sehr schnellwüchsig zu sein.  Auch hier hat die Ernte bereits Anfang Juli begonnen.

Die lila Buschbohnen „Purple Teepee“ bauen wir jetzt bereits im dritten Jahr an. Sie sind etwas kleiner als ihre grünen Verwandten und deshalb besonders zart und schmackhaft. Beim Kochen verfärben sie sich übrigens grün.

Ein absoluter „Hingucker“ ist auch der bunte Mangold mit seinen weißen, gelben, orangenen, rosa und dunkelroten Stielen.

Die alten, wiederentdeckten Gemüsesorten erhöhen nicht nur die Vielfalt auf unserem Feld und unseren Tellern, sondern überzeugen oft auch durch ihre Anspruchslosigkeit, Robustheit und besondre Geschmackserlebnisse.

Solawi Berater Gerrit Janssen zu Besuch in Groß-Umstadt

Solawi Berater Gerrit Janssen zu Besuch in Groß-Umstadt

Am 08.07.21 hatten wir auf unserem Gemüsefeld einen ganz besonders netten und interessanten Besucher:

Gerrit Jannsen ist für das Netzwerk „Solidarische Landwirtschaft“ tätig und hat unsere Solawi bereits in der Gründungsphase betreut und beraten. Er ist seit über 20 Jahren Demeter Gärtner und Landwirt und außerdem Sozialtherapeut und Gartenbaulehrer. Auf Grund seiner Fachkenntnisse und seiner positiven, mitreißenden Art sind seine Besuche für uns jedes Mal ein Gewinn. Als Holländer macht er sich immer wieder gerne über unsere „deutsche Jammerkultur“ lustig. Außerdem hat er uns erzählt, dass es im Holländischen keinen Konjunktiv gibt. Also „man hätte, man könnte, man müsste…“ In der holländischen Sprache kann man oder man kann eben nicht- basta!

Gerrit war übrigens seinerseits sehr beeindruckt von den Fortschritten auf unserem Feld und hat unsere Gärtner sehr gelobt. Besonders die Pastinaken haben es ihm angetan. Die sind wohl nicht so einfach anzubauen und stehen bei uns wirklich toll da!

Das dritte Gartenjahr- was hat sich getan?

Das dritte Gartenjahr- was hat sich getan?

Seit März 2021 befinden wir uns im dritten Gartenjahr. Durch die Erweiterung der Anbaufläche im letzten Jahr haben wir noch ordentlich mit unerwünschtem Beiwuchs zu kämpfen, aber man sieht auch bereits deutliche Erfolge. Der Unkrautdruck lässt auf Grund der unermüdlichen Arbeit der Gärtner und der regen Beteiligung der Mitglieder langsam nach. Die Kälteperiode im April hat einigen Freilandkulturen zu schaffen gemacht, so dass die Gemüsemenge zu Beginn des Gartenjahres etwas zu wünschen übrig ließ.  Inzwischen haben wir aber aufgeholt und können jetzt mit den Erträgen sehr zufrieden sein.

Neben dem Gemüseanbau beschäftigt uns auch die Anlage von Blühstreifen als Ausgleichsmaßnahmen für die durch unseren Folientunnel versiegelte Fläche. Der Blüstreifen hinter dem Tunnel wurde in diesem Jahr deutlich verbreitert. Außerdem wird unser Feld jetzt an allen Seiten von schmalen Blühstreifen eingefasst, die nicht nur einen wunderschönen Anblick bieten, sondern auch Anziehungspunkt für viele Insekten sind.

An der hinteren Begrenzung unseres Gemüsefeldes haben wir im Frühjahr eine Totholzhecke angelegt. Auch sie soll Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum bieten. Außerdem hoffen wir dadurch, den Wind etwas bremsen zu können.

Auch unser „Wasserteam“ war fleißig, so dass jatzt alle Beete mit Tropfschläuchen versehen sind und die Bewässerung nach Bedarf erfolgen kann. Die Zeiten der Gießkanne sind endgültig vorbei. Wir haben viel geschafft, allen Helfern herzlichen Dank!

 

Mit welcher Anbaumethode arbeitet die Solawi Groß-Umstadt?

Mit welcher Anbaumethode arbeitet die Solawi Groß-Umstadt?

Oft fragen uns Besucher oder Interessenten, nach welchen Kriterien wir unseren Acker eigentlich bewirtschaften. Auf welcher Grundlage entschieden wir, wie der Boden bearbeitet und was wo angebaut wird?
Die Antwort ist: Seit dem letzten Jahr betreiben wir „Biointensiven Gemüseanbau“. Das klingt zunächst widersprüchlich. „Bio“ und „Intensiv“? Normalerweise bringt man ökologische Landwirtschaft mit extensiver Flächennutzung in Verbindung. Andrerseits: Wenn das so wäre, dann hätten ja vielleicht die Bio-Skeptiker recht, die behaupten nur mit ökologischer Landwirtschaft ohne Spritzmittel und Kunstdünger könne man gar nicht genug Erträge erzielen, um alle Menschen zu ernähren. Glücklicherweise ist das nicht so! „Bio“ und „Intensiv“, also hohe Erträge auf kleinen Flächen, schließen sich keineswegs aus und das beweist das Konzept des „Mikrofarming“ oder „Marketgardening“, das wir auch als biointensiven Anbau bezeichnen.
Der biointensive Anbau ist bisher vor allem in Kanada, Japan und den USA bekannt, wo das Konzept seit den 1960er Jahren angewendet und weiterentwickelt wird. In Deutschland gibt es zurzeit mehr 20 solcher Kleinstbetriebe. Plus den unseren.
Im Kern zielt das System darauf ab, mit ökologischen Anbaumethoden auf Flächen von maximal einem Hektar möglichst hohe Erträge zu erzielen. Ein zentraler Baustein dieses Konzepts ist die Aufteilung der Fläche in feste Beete. Pro Anbaujahr und Beet sind bis zu vier Ernten verschiedener Gemüsesorten möglich, die in einer ausgeklügelten Fruchtfolge nacheinander angebaut werden. Vielfalt spielt eine große Rolle in diesem System. Im Schnitt bauen die Betriebe 30 bis 50 verschiedene Gemüsearten an. Die Pflanzabstände sind deutlich enger als im klassischen Freilandanbau. Das sorgt für mehr Ertrag und einen frühzeitigen Reihenschluss, der hilft, Unkraut zu unterdrücken.
Gemüsearten mit nur kurzer Kulturdauer wie z.B. Radieschen oder Kohlrabi werden vor oder nach der jeweiligen Hauptkultur angebaut. Flächen, die gerade gemüsebaulich nicht gebraucht werden (z.B. über Winter oder zwischen zwei Kulturen), werden mit Zwischenfrüchten oder Gründüngung eingesät. Ziel ist, dass der Boden nur so selten und kurz wie möglich ohne Pflanzendecke brach liegt, um Erosion durch Wind und Wasser und Nährstoffauswaschung zu verhindern. Gleichzeitig soll der Boden möglichst dauerhaft vielfältig durchwurzelt sein, damit das Bodenleben ausreichend Nahrung zur Verfügung hat.
Weiterer zentraler Baustein des biointensiven Anbaus ist eine aufwändige Kompostwirtschaft. Der Kompost ist die wichtigste Nährstoffquelle und trägt zum erwünschten Humusaufbau bei. Der Erhalt und die Förderung der Bodenfruchtbarkeit gelten als Schlüssel für einen erfolgreichen biointensiven Anbau. Der Kompost setzt sich in der Regel aus Ernteresten und Grüngut zusammen.
Bei Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf wird zusätzlich auch Stallmist eingearbeitet. Ziel ist ein möglichst geschlossener Nährstoffkreislauf ohne Zukauf kommerzieller Düngemittel.
Wir kaufen unseren Kompost zur Zeit noch zu, wollen aber mittelfristig unseren eigenen Kompost herstellen.

Nach der biointensiven Anbaumethode bewirtschaftete Beete auf dem Acker der Solawi Groß-Umstadt

Der größte Teil der Arbeit erfolgt per Hand, insbesondere das Hacken. Um die Erde nicht zu verdichten, dürfen die Beete nicht betreten oder befahren werden. In einigen Betrieben kommen spezielle Kleintraktoren zum Einsatz, deren Spurbreite genau zu den Beetabmessungen passt. So etwas haben wir leider (noch) nicht.
Das hört sich alles relativ einfach an, oder? In der Realität ist es ganz schön kompliziert. Allein die Planung der Fruchtfolgen in den einzelnen Beeten ist aufgrund der vielen Gemüsearten und den kurzen Kulturzeiten sehr aufwändig. Schließlich gilt es, möglichst lange Anbaupausen zwischen Gemüsekulturen gleicher Familien wie Kohl- oder Kürbisgewächsen einzuhalten, um einer Bodenmüdigkeit oder Krankheiten durch zu enge Fruchtfolgen vorzubeugen. Auch die Kompostwirtschaft und Düngung, die Technik der Bodenbearbeitung und die Optimierung der
Pflanzabstände bei den einzelnen Gemüsearten erfordern viel Know-how und Erfahrung und müssen optimal auf die jeweiligen Standortbedingungen abgestimmt sein.
Biointensiver Anbau ist also ein langer Lernprozess und wir stehen gerade am Anfang. Ich denke, das erklärt, warum nicht immer alles glatt läuft und nicht jede Kultur so gelingt, wie wir uns das erhofft haben. Ich denke, wir sollten dabei auch nie vergessen, dass wir als SOLAWI gerade mal im zweiten Aufbau Jahr sind. Im Schnitt rechnet man mit einer Aufbauzeit von ca. 5 Jahren.
Ich weiß nicht, wie es Euch damit geht, aber ich finde es total spannend!
Wenn Ihr mehr über biointensiven Anbau wissen wollt, schaut mal im Internet z.B. auf diese Seite:
https://www.oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/grundlagen-pflanzenbau/biointensivergemuesebau/
Außerdem stößt man bei der Recherche ziemlich schnell auf den „Gemüsegarten Hoxhohl“. Vivian Glover baut dort seit 2017 bio intensiv Gemüse an und gilt inzwischen in Deutschland als eine
absolute Fachfrau auf diesem Gebiet. Unsere Kerngruppe, Bengt und auch das Wasserteam waren bereits bei ihr zu Besuch, um sich beraten und inspirieren zu lassen. Wenn es Euch interessiert:
http://www.gemuesegarten-hoxhohl.de/index.html